Aktuelles
09. Januar 2018
BBW-Azubi als Ausbildungsbester ausgezeichnet

Dirk Boer (23) hat 2017 das beste Prüfungsergebnis im Ausbildungsberuf „Werker im Gartenbau„ im Gebiet der Landwirtschaftskammer (LWK) Niedersachsen erreicht.


09. Januar 2018
CWL-Jugendhilfe richtet neue WG in Nordhorn ein

In der neuen WG finden bis zu acht Jugendliche ein vorübergehendes Zuhause.


15. Dezember 2017
Jetzt im im Handel: 50 Jahre CWL in einem Buch

Die Chronik des Christophorus-Werkes ist unter dem Titel „Ganz da sein – für den Menschen in seiner Vielfalt. Das Christophorus-Werk Lingen e. V. 1963-2016“ erschienen.


15. Dezember 2017
Christophorus-Werk verabschiedet erste Handwerksgehilfen

Kammerakkreditierte Qualifizierung soll Menschen mit Behinderung besseren Zugang zum Arbeitsmarkt schaffen.


15. Dezember 2017
Premiere: Wohnheim Schapen veranstaltet ersten Weihnachtsmarkt

Mitarbeitende und Bewohner des Wohnheims für Menschen mit Behinderung organisierten und gestalteten ihn gemeinsam.


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Aktuelles

Aus der Werkstatt ins Unternehmen

Susanne van Dülmen hat ihr Ziel erreicht: Sie hat den Vertrag für eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung in der Tasche. Zum 1. Januar 2018 ist sie Mitarbeiterin der SKF-Wäscherei „Waschtrommel“. Zuvor hatte van Dülmen in der Werkstatt für Menschen mit Behinderung des Christophorus-Werkes Lingen e. V. eine zweijährige berufsbildende Maßnahme absolviert – mit Erfolg. Im April 2013 begann sie ein Probepraktikum in der Wäscherei. Dort qualifizierte sie sich mit Unterstützung der Mitarbeitenden vor Ort und ihres Integrationsbegleiters Josef Gerdelmann in der Textilpflege weiter. Fachkenntnisse brachte die heute 25-Jährige dank einer Ausbildung zur Hauswirtschaftshelferin schon mit.

Aus dem Praktikum wurde ein Jahr später ein sogenannter Werkstatt-Außenarbeitsplatz. Und zum Anfang nächsten Jahres ist sie keine Beschäftigte der Werkstatt mehr, sondern eine Vollzeit-Mitarbeiterin beim Sozialdienst katholischer Frauen (SKF). Vom SKF erhält sie dann auch ihren Lohn.

Landkreis fördert inklusive Beschäftigungsverhältnisse

Ihre Stelle fördert der Landkreis Emsland mit dem Budget für Arbeit, einem Zuschuss für das Arbeit gebende Unternehmen. Es wurde in Niedersachsen bereits 2008 entwickelt und eingeführt, um eine größere Zahl von in Werkstätten für Menschen mit Behinderung beschäftigten Personen in den allgemeinen Arbeitsmarkt zu vermitteln. Der Landkreis Emsland sieht darin eine gute Chance, Beschäftigten einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung den Übergang auf den allgemeinen Arbeitsmarkt zu ermöglichen.

Eine weitere gesetzliche Neuregelung ist das Rückkehrrecht von Menschen mit Behinderung in ein Arbeitsverhältnis der Werkstatt, sollte eines Tages die Arbeit im Unternehmen nicht mehr möglich sein. Das ist eine große Sicherheit für beide Seiten. 

„Frau van Dülmen passt ins Team“

Susanne van Dülmen hat an ihrer neuen Stelle weiterhin Anspruch auf die Unterstützung der Integrationsbegleiter von „Arbeit nach Maß“, einem Fachdienst des Christophorus-Werkes. Diese Unterstützung deckt das Budget für Arbeit ebenfalls ab. Die Mitarbeitenden des Fachdienstes kümmern sich besonders um die berufliche Integration von Menschen mit Behinderung. „Dass Menschen als Mitarbeitende und Unternehmen als Arbeitgeber so passgenau zusammenkommen, ist ein tolles Ergebnis für alle Beteiligten“, sagt Fachdienstleiter Leo Langenhorst.

„Frau van Dülmen passt ins Team. Sie bringt viele Kenntnisse mit und arbeitet sehr eigenständig und umsichtig“, beschreibt SK-Geschäftsführerin Marita Theilen die neue Mitarbeiterin. „Im Kundenkontakt und an der Kasse ist sie mit ihrer freundlichen, ruhigen Art ein Gewinn für das Team. Und sie hat die Arbeitsabläufe der Wäscherei immer im Blick. Unsere Mitarbeitenden brauchen Fachkenntnisse ebenso wie ein Gespür für unsere Kunden.“ Denn es sind oft viele ältere, meist allein lebende Menschen, die die Wäscherei zur Unterstützung im Alltag aufsuchen. Manchmal kommt auch private Wäsche von Patienten aus dem St. Bonifatius-Hospital. „Der soziale Aspekt unserer Arbeit ist uns wichtig“, betont Theilen. „Das unterscheidet uns von großen, industriell aufgestellten Wäschereien.“

Individuelle Unterstützung öffnet Wege in den Arbeitsmarkt

Alle zwei Jahre überprüft der Landkreis, ob Susanne van Dülmen weiterhin Unterstützung benötigt. Grundsätzlich ist das Budget für Arbeit aber eine dauerhafte Förderung. „Unser Ziel ist es, möglichst vielen Menschen mit Behinderung zu einem Arbeitsplatz außerhalb der Werkstatt zu verhelfen“, sagt Fachdienstleiter Langenhorst. „Dafür unterstützen wir im gesamten Christophorus-Werk unsere Klientinnen und Klienten dabei, ihr Recht auf Teilhabe am Arbeitsleben auszuüben.“ Doch Inklusion kann nur bei Engagement auf beiden Seiten Wirklichkeit werden. Dafür braucht es Unternehmen, die sich informieren und die inklusiven Beschäftigungsverhältnissen offen gegenüber stehen – zum Gewinn für alle Seiten. 

Foto: Christophorus-Werk Lingen e. V.