Aktuelles
18. September 2018
Ehrung für 40 Jahre Berufstreue

Landwirtschaftskammer ehrt Ausbilder des Berufsbildungswerkes


18. September 2018
4. Faires Frühstück mit brisantem Diskussionsthema

Das Christophorus-Werk unterstützte die Veranstaltung wieder tatkräftig in Service und Catering.


06. September 2018
Kiwanis-Club lädt zum Charity-Konzert ein

Der Kiwanis-Club Lingen/Meppen lädt am 18. November zum Charity-Konzert ins Christophorus-Werk Lingen ein.


06. September 2018
Werkstattgespräch mit Sozialministerin Carola Reimann

Bei einer gemeinsame Kunstaktion sprachen Vertreter der Caritas Behindertenhilfe und die Ministerin über eine bessere Teilhabe von Menschen mit Behinderung.


05. September 2018
Pflegekurs für mehr Flexibilität bei der Jobsuche

Auch in diesem Jahr absolvierten mehrere Azubis aus dem Berufsbildungswerk Lingen einen Zusatzpflegekurs - mit Erfolg.


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Aktuelles

Aus der Werkstatt ins Unternehmen

Susanne van Dülmen hat ihr Ziel erreicht: Sie hat den Vertrag für eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung in der Tasche. Zum 1. Januar 2018 ist sie Mitarbeiterin der SKF-Wäscherei „Waschtrommel“. Zuvor hatte van Dülmen in der Werkstatt für Menschen mit Behinderung des Christophorus-Werkes Lingen e. V. eine zweijährige berufsbildende Maßnahme absolviert – mit Erfolg. Im April 2013 begann sie ein Probepraktikum in der Wäscherei. Dort qualifizierte sie sich mit Unterstützung der Mitarbeitenden vor Ort und ihres Integrationsbegleiters Josef Gerdelmann in der Textilpflege weiter. Fachkenntnisse brachte die heute 25-Jährige dank einer Ausbildung zur Hauswirtschaftshelferin schon mit.

Aus dem Praktikum wurde ein Jahr später ein sogenannter Werkstatt-Außenarbeitsplatz. Und zum Anfang nächsten Jahres ist sie keine Beschäftigte der Werkstatt mehr, sondern eine Vollzeit-Mitarbeiterin beim Sozialdienst katholischer Frauen (SKF). Vom SKF erhält sie dann auch ihren Lohn.

Landkreis fördert inklusive Beschäftigungsverhältnisse

Ihre Stelle fördert der Landkreis Emsland mit dem Budget für Arbeit, einem Zuschuss für das Arbeit gebende Unternehmen. Es wurde in Niedersachsen bereits 2008 entwickelt und eingeführt, um eine größere Zahl von in Werkstätten für Menschen mit Behinderung beschäftigten Personen in den allgemeinen Arbeitsmarkt zu vermitteln. Der Landkreis Emsland sieht darin eine gute Chance, Beschäftigten einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung den Übergang auf den allgemeinen Arbeitsmarkt zu ermöglichen.

Eine weitere gesetzliche Neuregelung ist das Rückkehrrecht von Menschen mit Behinderung in ein Arbeitsverhältnis der Werkstatt, sollte eines Tages die Arbeit im Unternehmen nicht mehr möglich sein. Das ist eine große Sicherheit für beide Seiten. 

„Frau van Dülmen passt ins Team“

Susanne van Dülmen hat an ihrer neuen Stelle weiterhin Anspruch auf die Unterstützung der Integrationsbegleiter von „Arbeit nach Maß“, einem Fachdienst des Christophorus-Werkes. Diese Unterstützung deckt das Budget für Arbeit ebenfalls ab. Die Mitarbeitenden des Fachdienstes kümmern sich besonders um die berufliche Integration von Menschen mit Behinderung. „Dass Menschen als Mitarbeitende und Unternehmen als Arbeitgeber so passgenau zusammenkommen, ist ein tolles Ergebnis für alle Beteiligten“, sagt Fachdienstleiter Leo Langenhorst.

„Frau van Dülmen passt ins Team. Sie bringt viele Kenntnisse mit und arbeitet sehr eigenständig und umsichtig“, beschreibt SK-Geschäftsführerin Marita Theilen die neue Mitarbeiterin. „Im Kundenkontakt und an der Kasse ist sie mit ihrer freundlichen, ruhigen Art ein Gewinn für das Team. Und sie hat die Arbeitsabläufe der Wäscherei immer im Blick. Unsere Mitarbeitenden brauchen Fachkenntnisse ebenso wie ein Gespür für unsere Kunden.“ Denn es sind oft viele ältere, meist allein lebende Menschen, die die Wäscherei zur Unterstützung im Alltag aufsuchen. Manchmal kommt auch private Wäsche von Patienten aus dem St. Bonifatius-Hospital. „Der soziale Aspekt unserer Arbeit ist uns wichtig“, betont Theilen. „Das unterscheidet uns von großen, industriell aufgestellten Wäschereien.“

Individuelle Unterstützung öffnet Wege in den Arbeitsmarkt

Alle zwei Jahre überprüft der Landkreis, ob Susanne van Dülmen weiterhin Unterstützung benötigt. Grundsätzlich ist das Budget für Arbeit aber eine dauerhafte Förderung. „Unser Ziel ist es, möglichst vielen Menschen mit Behinderung zu einem Arbeitsplatz außerhalb der Werkstatt zu verhelfen“, sagt Fachdienstleiter Langenhorst. „Dafür unterstützen wir im gesamten Christophorus-Werk unsere Klientinnen und Klienten dabei, ihr Recht auf Teilhabe am Arbeitsleben auszuüben.“ Doch Inklusion kann nur bei Engagement auf beiden Seiten Wirklichkeit werden. Dafür braucht es Unternehmen, die sich informieren und die inklusiven Beschäftigungsverhältnissen offen gegenüber stehen – zum Gewinn für alle Seiten. 

Foto: Christophorus-Werk Lingen e. V.