Aktuelles
19. September 2019
Motorsägenkurs: Grundlehrgang zum Umgang mit der Motorsäge

Die BES•SER GmbH bietet einen Grundlehrgang "Motorsäge" für Privatpersonen an. Angesprochen sind nicht nur Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Christophorus-Werkes Lingen e.


18. September 2019
Feierliche Einweihung des neuen Gebäudes der Mosaik-Schule: Christophorus-Werk dankbar für Unterstützung und vertrauensvolle Zusammenarbeit

Schon seit Beginn des neuen Schuljahres lernen Schüler der 8., 9. und 12. Klassen der Mosaik-Schule in ihrem neuen „Haus 6". Am vergangenen Donnerstag wurde das Gebäude auf dem Gelände des Christophorus-Werkes nun feierlich eingeweiht. Matthias Hartwig, stellvertretender Vorsitzender des Christophorus-Werkes Lingen e.V., hieß die Schülerinnen und Schüler sowie alle Gäste herzlich willkommen.


11. September 2019
„Wenn erst mal alles anders ist“: Aktion Mensch bringt neuen Ratgeber für Eltern von Kindern mit Behinderung oder chronischer Erkrankung heraus

• Gebündelte Informationen für Eltern von Kindern mit Behinderung oder chronischer Erkrankung als kostenlose Broschüre erhältlich.
• Der Ratgeber schließt eine Marktlücke, ein vergleichbares Angebot ist zurzeit nicht erhältlich.
• Zugehörige Online-Plattform ergänzt Informationen mit Materialien auch zum Download.


27. August 2019
Warum kompliziert, wenn´s auch einfach geht

Gelingende Kommunikation: ein Projekt des Christophorus-Werkes mit den Vielfaltern


19. August 2019
Ein gelungenes Sommerfest mit vielen Angeboten

Jubiläum der Wohnheime des Christophorus-Werkes mit 500 Gästen


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Aktuelles

Warum kompliziert, wenn´s auch einfach geht

Gelingende Kommunikation: ein Projekt des Christophorus-Werkes mit den Vielfaltern

„Warum kompliziert, wenn es auch einfach geht?“, mit dieser Frage befasst sich das Christophorus-Werk im Rahmen des Projekts „Gelingende Kommunikation“ und hat dazu unter anderem die Seminarreihe „Texten in Leichter und einfacher Sprache“ initiiert, die sich nicht nur an Mitarbeitende richtet. Jede Organisation und jedes Unternehmen stellt regelmäßig Informationen zur Verfügung. Doch wem nützt es, wenn nur wenige sie verstehen.

Wer hat nicht schon mal einen Brief vom Amt erhalten, ihn gelesen und nichts verstanden. Schwierige Begriffe und komplizierte Formulierungen reihen sich aneinander. Nicht selten bleibt der Brief unbeachtet liegen. Doch, nicht nur das Schreiben vom Amt, viele Informationen sind schwer verständlich. Jedenfalls für eine Vielzahl erwachsener Menschen. Laut LEO-Studie der Universität Hamburg aus dem Jahr 2018 können mehr als zwölf Prozent der Erwachsenen im erwerbsfähigen Alter in Deutschland nur unzureichend lesen und schreiben. Das bedeutet, 6,2 Millionen Menschen verfügen z. B. aufgrund funktionalen Analphabetismus oder auch Migrationshintergrunds über geringe Literalität und sind dadurch in ihrer selbstständigen Teilhabe in verschiedenen Lebensbereichen eingeschränkt. Bereits das Lesen einer einfachen Arbeitsanweisung wird für sie zur Herausforderung. Weitere 10,6 Millionen haben Probleme zusammenhängende Texte zu erfassen, selbst wenn diese gebräuchliche Wörter enthalten. Viele der Betroffenen haben einen mittleren oder gar höheren Schulabschluss und sind erwerbstätig.

Zweitägiges Seminar: Texten in Leichter und einfacher Sprache

„Kommunikation, egal ob mündlich oder schriftlich, soll gelingen“, betont Helge Sonnenberg, Leiter des Projekts Gelingende Kommunikation im Christophorus-Werk Lingen. Der Zusammenschluss von insgesamt acht Einrichtungen der Behindertenhilfe in der Region Weser-Ems namens „Die Vielfalter – Experten für Teilhabe“ setzt sich dafür ein, inklusive Entwicklungen zu fördern. Mit dem vom Land Niedersachsen und der Aktion Mensch geförderten Projekt „Gelingende Kommunikation“ wollen „Die Vielfalter“ unter anderem mithilfe von Gebärdensprache, technischen Kommunikationshilfen und Leichter Sprache Barrieren abbauen. „Kommunikation soll überall verständlich sein. Nicht nur innerhalb der eigenen Einrichtung wie dem Christophorus-Werk, sondern rundherum, in allen Lebensbereichen“, so Sonnenberg. Deshalb richtet sich das zweitätige Seminar rund ums verständliche Schreiben, das im Herbst 2019 erneut angeboten wird, nicht nur an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Christophorus-Werk. Auch Unternehmen, Kommunen, soziale und kirchliche Einrichtungen, Vereine und alle Interessierten sind angesprochen. „Wer sich an Arbeitsanweisungen, Sicherheitshinweisen und Verhaltensregeln halten soll, muss diese auch verstehen“, erklärt Dozentin Angela Neumann. „Und wenn Anschreiben nicht nur informieren, sondern auch Handlungen auslösen sollen, braucht es eine klare Sprache.“ Angela Neumann unterstützt das Christophorus-Werk seit langem in Sachen Kommunikation und leitet zudem das Büro für Leichte Sprache BES•SER verstehen, das Teil eines Tochterunternehmens des Christophorus-Werkes ist. Sie plädiert für einfach statt kompliziert.

Einfache Texte versteht jeder

„Komplexe Informationen, lange Schachtelsätze und Fachbegriffe machen es vielen Lesern schwer. Leicht verständliche Texte machen es allen Lesern leicht“, so Neumann. „Auch Menschen mit hohem IQ verstehen einfache Formulierungen. Andersherum funktioniert es nicht. Wer Schwierigkeiten hat, komplexe Texte zu lesen, kann Informationen mit schwierigen Satzkonstruktionen und vielen Fremdwörtern kaum aufnehmen.“ Genau hier setze die Leichte Sprache an, eine an klaren Regeln orientierte Ausdrucksweise mit einfachen Begriffen, kurzen Sätzen, klaren Textstrukturen und konkreten Erklärungen. Der Schreibende muss die Regeln für Leichte Sprache kennen und einhalten. Wer seine Texte von Menschen mit unterschiedlich ausgeprägten Lesekompetenzen prüfen lässt, kann sie mit dem entsprechenden Gütesiegel versehen. „Doch, nicht immer ist die Leichte Sprache passend“, betont Angela Neumann. „Ist die Zielgruppe sehr heterogen, bietet sich die sogenannte einfache Sprache an, für die es kein striktes Regelwerk gibt.“ Sie orientiere sich vielmehr an konkreten Verständlichkeitsmerkmalen.   

Schreiben mit der Leserbrille baut Kommunikationsbarrieren ab

Nicht nur die Adressaten profitieren von verständlichen Informationen. „Je klarer und unmissverständlicher der Absender seine Botschaft formuliert, desto weniger Zeit muss dieser anschließend aufbringen, um Nachfragen zu beantworten und Missverständnisse aus dem Weg zu räumen“, so Neumann. Dazu sei vor allem ein Perspektivwechsel erforderlich. „Man muss wissen, wer die Leser sind und die Leserbrille aufsetzen.“ Das Christophorus-Werk hat sich für diesen Perspektivwechsel entschieden. „Wir wollen künftig verständlicher kommunizieren, nicht nur intern, sondern auch nach außen“, erklärt Geschäftsführer Stefan Kerk. Angesichts der vielen gesetzlichen Veränderungen müssten Mitarbeitende, Klienten und Angehörige sowie Geschäfts- und Kooperationspartner über aktuelle Entwicklungen informiert werden. „Deshalb werden wir weitere Schulungen anbieten, nicht nur für die eigenen Mitarbeiter“, so Kerk. „Wir freuen uns über jeden Interessierten, damit Kommunikationsbarrieren weiter abgebaut werden.“

Termine für die nächsten jeweils zweitägigen Seminare:

19. und 26. September 2019

17. und 24. Oktober 2019

 

Info und Kontakt:

Claudia Schmidt: 0591 9142-302