Aktuelles
15. Oktober 2018
Klimaschutz dank neuer Beleuchtung

Mehrere Tausend Tonnen CO² spart das Christophorus-Werk ein, seitdem die Innenbeleuchtung an verschiedenen Standorten des Christophorus-Werkes erneuert wurde. Diese Maßnahmen fanden in der Mosaik-S


18. September 2018
Ehrung für 40 Jahre Berufstreue

Landwirtschaftskammer ehrt Ausbilder des Berufsbildungswerkes


18. September 2018
4. Faires Frühstück mit brisantem Diskussionsthema

Das Christophorus-Werk unterstützte die Veranstaltung wieder tatkräftig in Service und Catering.


06. September 2018
Kiwanis-Club lädt zum Charity-Konzert ein

Der Kiwanis-Club Lingen/Meppen lädt am 18. November zum Charity-Konzert ins Christophorus-Werk Lingen ein.


06. September 2018
Werkstattgespräch mit Sozialministerin Carola Reimann

Bei einer gemeinsame Kunstaktion sprachen Vertreter der Caritas Behindertenhilfe und die Ministerin über eine bessere Teilhabe von Menschen mit Behinderung.


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"Weiter lernen, bis alle Finger gleich lang sind"

Das Leben leichtnehmen, auch wenn es das nicht ist. Den Erfolg genießen und doch immer wieder Neues lernen. Interessiert sein, sich einmischen, aber auch, sich in Gelassenheit üben. Wie wichtig all das für die am 11. August aus dem Berufsbildungswerk (BBW) verabschiedeten Absolventinnen und Absolventen ist, wurde bei einer offiziellen Feier zum Ausdruck gebracht. Viele der 70 Jugendlichen aus zehn verschiedenen Ausbildungsbereichen waren mit ihren Eltern ins Christophorus-Werk gekommen, um Gratulationen entgegenzunehmen, Abschied zu nehmen und sich bei einem kleinen Umtrunk und Imbiss in lockerer Atmosphäre auszutauschen.

Stolz sein auf Erreichtes, aber stetig weiterlernen und sich engagieren

Ausbildungsleiterin Svenja Schniedergers erzählte die Legende vom heiligen Christophorus. So wie er hätten auch die Jugendlichen, die im BBW ihre Ausbildung absolviert haben, eine Last auf ihren Schultern zu tragen. „Sie haben viel geleistet und viel bewältigt. Sie können stolz sein auf das Erreichte.“ Sie wünschte den jungen Menschen Erfolg, Gottes Segen und „dass Christophorus Sie weiterhin tragen möge“. Gastredner Franz Loth, Diözesan-Caritasdirektor für das Bistum Osnabrück, betonte: „Was Sie gelernt haben, kann Ihnen niemand nehmen. Gehen Sie immer weiter und lernen Sie, bis alle Finger gleich lang sind“, so sein Appell. Aufgewachsen auf einem Bauernhof mit Kneipe, als ältester von zehn Geschwistern habe er in der „Kita zuhause“ früh gelernt, sich durchsetzen, aber auch sich zurücknehmen zu können. Heute, als Arbeitgeber, wisse er, wie wichtig solche Schlüsselkompetenzen seien. Bewerberinnen und Bewerber, die sich sozial engagierten und sich einsetzten, um die Gesellschaft voranzubringen, hätten bei ihm bessere Chancen. „Soft Skills lernt man nicht in der Uni, sondern, wenn man sich engagiert“, so Loth. „Zeigen Sie Interesse an der gesellschaftlichen Entwicklung, diskutieren Sie mit und helfen Sie mit, dass unsere Demokratie erhalten bleibt.“

Wichtigstes Ziel der Ausbildung im BBW: Fußfassen auf dem Arbeitsmarkt

Nina Reitmann, eine der Absolventinnen aus dem Bereich Ernährung und Hauswirtschaft, stand Rede und Antwort, als Klaus van Kampen, Leiter Berufliche Bildung und Arbeit im Christophorus-Werk, Fragen an sie richtete. „Ich habe während der Ausbildung mein Selbstbewusstsein aufgebaut“, erklärte sie. „Hier waren alle sehr verständnisvoll, das hat mir enorm geholfen.“ Was sie im BBW gelernt habe, habe sie in betrieblichen Praxisphasen bereits umsetzen können.

Das Wohnen und die Betreuung im Internat während der Zeit im BBW bereiten die jungen Menschen zudem auf ein selbstständiges Leben vor. In der Berufsbildenden Schule Lingen Technik und Gestaltung eignen sie sich einen Großteil des theoretischen Wissens an. BBS-Schulleiter Jürgen Korte zeigte sich beeindruckt von Nina Reitmanns souveränem Auftreten und lobte die gute Kooperation zwischen Berufsschule und BBW.

Dass der Schwerpunkt heute nicht einzig in der erfolgreichen Abschlussprüfung, sondern vor allem in der Vermittlung in Praktika und Arbeitsmarkt liegt, erläuterte Ausbilder Rudi Holterhus den Unterschied zu früher. Auch die Eltern wurden kurzerhand in das moderierte Gespräch einbezogen: „Was aus meiner Tochter geworden ist, ist großartig!“ äußerte Kerstin Heye, Mutter einer Absolventin, sichtlich bewegt.

Glückwünsche, Dankesworte und Lob für besondere Leistungen

In einer unterhaltsamen, von Auszubildenden gestalteten, Präsentation mit kreativen Filmbeiträgen kamen viele weitere Beteiligte zu Wort und die Absolventinnen und Absolventen bekamen auf diesem Weg zahlreiche Glück- und Zukunftswünsche übermittelt. Van Kampen bedankte sich abschließend bei den Mitarbeitenden, den Lehrkräften und vor allem bei den Jugendlichen. „Mit Ihrer Präsenz im BBW und im Internat haben Sie wichtige Beiträge zu einem guten und erfolgreichen Miteinander geleistet.“ Sechs Jugendliche erhielten für ihr außergewöhnliches Engagement und ihr vorbildliches Verhalten jeweils einen Scheck in Höhe von 100 Euro. Der offizielle Teil endete wie er begonnen hatte: mit ansprechenden Liedbeiträgen von Daniela Wilke, pädagogische Mitarbeiterin (Gitarre und Gesang), und den Auszubildenden Paul Dubilier (Gitarre und Gesang) sowie Yannis Kortmann (Percussion).

Das Berufsbildungswerk bildet rund 300 junge Menschen mit unterschiedlichem Unterstützungsbedarf in zehn verschiedenen Berufsfeldern aus. Ein Team aus verschiedenen Fachkräften und individuelle Förderkonzepte begleiten die jungen Menschen vom Beginn der Ausbildung bis zum Übergang in den Arbeitsmarkt. 

Fotos: Christophorus-Werk Lingen e. V.