Erfolgsgeschichte aus dem Berufsbildungswerk: Kirstin Raben wird Jahrgangsbeste
Veröffentlicht am: 08.04.2026
Mit 96 Prozent in der Abschlussprüfung ist Kirstin Raben Jahrgangsbeste im Ausbildungsberuf Elektronikerin für Betriebstechnik im Prüfbezirk Lingen und Meppen geworden. Die 23-Jährige absolvierte ihre Ausbildung im Berufsbildungswerk des Christophorus-Werkes und arbeitet heute fest in einem Unternehmen, in dem sie bereits während ihrer Ausbildung Praxiserfahrungen sammeln konnte.

Kirstin Raben stammt aus Samern bei Schüttorf und legte 2021 ihr Abitur ab. Aufgrund ihrer Autismus-Spektrum-Störung fiel es ihr zunächst schwer, sich in der Vielzahl an beruflichen Möglichkeiten zu orientieren. Deshalb entschied sie sich für die Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme (BvB) im Berufsbildungswerk (BBW) des Christophorus-Werkes in Lingen. Das BBW ist als autismusgerechtes Berufsbildungswerk zertifiziert und bietet gezielte Unterstützung sowie feste Ansprechpartner während der gesamten Ausbildungszeit.
Ein nahtloser Übergang ins Berufsleben
Im Rahmen der BvB lernte Kirstin verschiedene Berufsfelder kennen. Besonders die Elektrotechnik begeisterte sie. Die anschließende dreieinhalbjährige Ausbildung zur Elektronikerin für Betriebstechnik schloss sie mit hervorragenden Ergebnissen ab – in zwei Prüfungsfächern erreichte sie sogar 99 Prozent. „Ich löse Probleme, entwickle eigenständig Anlagen und programmiere auch ein wenig – diese Mischung macht mir besonders Spaß“, sagt Kirstin Raben.
Praxisnahe Erfahrungen sammelte sie im Rahmen einer verzahnten Ausbildung mit Betrieb (vAmB) beim Familienunternehmen Kettelhack in Rheine. Dort wurde sie von Anfang an offen aufgenommen. „Alle waren total nett zu mir und haben mich so akzeptiert, wie ich bin“, berichtet sie. Mit Unterstützung ihrer Kolleginnen und Kollegen konnte sie sich Schritt für Schritt an neue Abläufe und Umgebungen gewöhnen.
Heute ist Kirstin Raben fest bei Kettelhack angestellt. Ihr Einstieg in den Beruf verlief nahtlos: „Ich kannte die Abläufe und das Team bereits – das hat vieles erleichtert. Wenn die Maschinen nicht laufen, bin ich zur Stelle. Das ist mein Job.“
Unterstützung, die Sicherheit gibt
Auch ihre Zeit im Berufsbildungswerk des Christophorus-Werkes bewertet sie durchweg positiv. Besonders der Fachdienst Autismus spielte für sie eine wichtige Rolle: „Ich hatte feste Ansprechpartner und konnte jederzeit Unterstützung bekommen.“
Ihr Ausbilder Michael Anterhaus hebt insbesondere ihre Motivation hervor: „Kirstin war sowohl schulisch als auch praktisch eine Selbstläuferin. Ihr Interesse und ihre Eigeninitiative waren beeindruckend.“ Für ihn steht fest: Freude am Beruf ist ein entscheidender Erfolgsfaktor.

Kirstin mit ihren Ausbildern im Bereich Elektrotechnik. v. l.: Ann-Kathrin Heidötting, Kirstin Raben, Michael Anterhaus, Christian Mollenhauer.
Mit Zuversicht in die Zukunft
Für die Zukunft wünscht sich Kirstin Raben vor allem, anzukommen – beruflich wie privat. Zunächst möchte sie weitere Berufserfahrung sammeln, perspektivisch kann sie sich auch eine Weiterbildung zur Technikerin oder ein Studium vorstellen.
Darüber hinaus hat sie einen klaren Wunsch an die Gesellschaft: „Mehr Offenheit und Akzeptanz. Jeder Mensch sollte die Möglichkeit haben, so zu leben und zu arbeiten, wie er ist.“